Wie Transplantierte länger mit einer neuen Lunge leben können
Warum können manche Menschen nach einer Lungentransplantation deutlich länger mit ihrer neuen Lunge leben als andere? Dieser Frage geht ein Forschungsteam des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) am Standort BREATH an der Medizinischen Hochschule Hannover nach.
Lungentransplantationen sind oft die letzte Behandlungsmöglichkeit für schwer lungenerkrankte Menschen. Doch ein Teil der Betroffenen entwickelt im Laufe der Zeit eine chronische Abstoßungsreaktion, eine sogenannte chronische Lungentransplantatdysfunktion (CLAD). Dadurch verliert die transplantierte Lunge nach und nach ihre Funktion. Noch immer verstirbt etwa die Hälfte der Transplantierten innerhalb von sechs bis zehn Jahren nach dem Eingriff.
Ein Forschungsteam um PD Dr. Lavinia Neubert und PD Dr. Jan-Christopher Kamp von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) untersucht deshalb sogenannte Super Survivors. Das sind Patientinnen und Patienten, die auch nach mindestens drei Jahren keine Anzeichen einer chronischen Abstoßung zeigen. Die Forschenden möchten herausfinden, was diese Menschen schützt.
Im Mittelpunkt stehen Alveolarmakrophagen. Diese speziellen Immunzellen sitzen in den Lungenbläschen und spielen möglicherweise eine wichtige Rolle beim Schutz der transplantierten Lunge. Darauf deuten frühere Untersuchungen hin. Das Team analysiert Blut und Gewebe von Super Survivors, von Patientinnen und Patienten mit chronischer Abstoßung – also CLAD – sowie von gesunden Menschen.
Die Forschenden interessiert, welche Arten von Makrophagen, also bestimmte Immunzellen, und welche biologischen Signalwege dazu beitragen, dass eine transplantierte Lunge langfristig vom Körper akzeptiert wird und die Patientinnen und Patienten länger leben.
Mit modernen Analyseverfahren wie der Proteomik und der Untersuchung von Immunbotenstoffen sucht das Team nach neuen Biomarkern. Das sind messbare biologische Merkmale, die Hinweise auf den Gesundheitszustand geben und künftig mithilfe einfacher, minimalinvasiver Bluttests bestimmt werden könnten. Langfristig sollen sie dabei helfen, das Risiko einer chronischen Abstoßung frühzeitig zu erkennen und Behandlungen besser auf die einzelnen Patientinnen und Patienten abzustimmen.
Das Projekt „Identifying liquid biomarkers for the prediction of clinical outcomes after lung transplantation using plasma proteomics“ ist eine Kooperation mehrerer Einrichtungen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Hannover Unified Biobank (HUB) sowie des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM).
Das Projekt wird vom Land Niedersachsen und der VolkswagenStiftung mit rund 465.000 Euro gefördert.
Quelle: DZL


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