10. Dezember 2025

Typ-1-Diabetes: Neue Therapien geben Hoffnung

#DZD

Die Behandlung von Typ-1-Diabetes befindet sich im Wandel. Wissenschaftler:innen vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und Helmholtz Zentrum München geben einen Überblick über bahnbrechende Entwicklungen, die die Therapie verändern werden.

In einem aktuellen Review-Artikel im Fachjournal "The Lancet" bewerten Prof. Anette-Gabriele Ziegler (Helmholtz Munich und DZD) sowie ihre Kolleg:innen Prof. Eda Cengiz und Prof. Thomas W. H. Kay den aktuellen Stand der Forschung:

Dank moderner Tests – sogenannte Autoantikörper-Screenings – können Ärzt:innen die Krankheit bereits erkennen, bevor erste Symptome auftreten. Das hilft, schwere Komplikationen wie Ketoazidose zu verhindern – eine gefährliche Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzucker stark ansteigt und der Körper übersäuert.

Ein wichtiger Fortschritt ist die Immuntherapie mit dem Medikament Teplizumab, die den Ausbruch der Erkrankung verzögern kann. Bei Typ-1-Diabetes greift das eigene Immunsystem die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse an – die Zellen, die Insulin produzieren. Teplizumab „beruhigt“ das Immunsystem und schützt die Betazellen. Die US-Arzneimittelbehörde hat das Medikament Teplizumab bereits zugelassen.

Weitere Forschungen zielen darauf ab, Betazellen langfristig zu erhalten oder zu ersetzen. Stammzelltherapien züchten neue Betazellen und schützen sie in speziellen Kapseln oder durch gezielte genetische Modifikation dieser Zellen, sodass das Immunsystem sie weniger angreift. Erste Studien zeigen, dass so die Insulinproduktion steigt und der Insulinbedarf sinken könnte.

Auch die tägliche Behandlung wird leichter. Neue Insuline wirken schneller, länger oder passen sich automatisch dem Blutzucker an. In Kombination mit automatischen Insulinpumpen (AID-Systemen) bleiben die Werte stabiler, und Betroffene müssen sich weniger um ihre Therapie kümmern.

Diese Fortschritte ermöglichen eine frühere Diagnose, verlangsamen die Erkrankung und verbessern die Lebensqualität. Immun- und Stammzelltherapien eröffnen Perspektiven, die langfristig die Abhängigkeit von Insulin reduzieren könnten. Die Forschung zeigt, dass die Zukunft der Behandlung nicht nur die Blutzuckerkontrolle, sondern auch Prävention und möglicherweise Heilung in den Blick nimmt.

Quelle: DZD

 

 

Zur News-Übersicht

© Towfiqu Barbhuiya - unsplash.com