Stimmenhören bei Schizophrenie: Bahnbrechende Studie zeigt, dass transkranielle Magnetstimulation hilft
Erstmals belegt eine groß angelegte klinische Studie eindeutig, dass die Transkranielle Magnetstimulation (TMS) eine wirksame und sichere Behandlungsmöglichkeit für Menschen mit hartnäckigem Stimmenhören (auditorischen Halluzinationen) darstellt. Die Ergebnisse der Studie, an der Wissenschaftler der DZPG-Standorte Tübingen, München-Augsburg sowie Mannheim-Heidelberg-Ulm beteiligt waren, markieren einen wichtigen Meilenstein in der Schizophreniebehandlung.
Die Forschenden setzten eine spezielle Form der TMS ein – die kontinuierliche Theta-Burst-Stimulation (cTBS). Dabei werden gezielt die Bereiche im Gehirn stimuliert, die für Sprache und Sprachverstehen zuständig sind. 138 Erwachsene nahmen an der dreiwöchigen Studie teil. Es zeigte sich, dass die TMS die Symptome des Stimmenhörens bei vielen Patientinnen und Patienten deutlich lindern kann und gut verträglich ist. Die positiven Resultate eröffnen neue Behandlungsmöglichkeiten, die über Medikamente und Psychotherapie hinausgehen.
„Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein in der Behandlung von Menschen mit auditorischen Halluzinationen dar“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Christian Plewnia vom Universitätsklinikum Tübingen. „Die TMS bietet Betroffenen eine neue, wirksame und gut verträgliche Therapiemöglichkeit. Damit kann die Behandlung besser an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden – und das Leben der Betroffenen sich erheblich verbessern.“
Große Belastung durch innere Stimmen
Auditorische Halluzinationen sind für Menschen mit Schizophrenie häufig sehr belastend. Sie hören Stimmen ohne entsprechende äußere Schallquelle, die oft bedrohlich oder befehlend sind. Herkömmliche medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlungen wirken oftmals nicht ausreichend oder werden nicht vertragen.
Die TMS wird bereits seit einigen Jahren als vielversprechende Behandlungsmethode bei Patienten und Patientinnen mit belastendem Stimmenhören erforscht. Es gab jedoch bislang noch keine ausreichend große Studie, die belegte, dass die Behandlung wirklich wirkt. Diese Lücke wurde nun durch die in The Lancet Psychiatry veröffentlichte Studie geschlossen.
Quelle: DZPG


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